Inspirationen 2011

Inspirationen 2011 - Grundlagen transkulturellen Handelns in der pädagogischen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen

20. Juni 2011 in Hannover

Workshop des Autonomen Frauenhauses Hannover zur Sensibilisierung für eine gelungene Interkulturelle Arbeit mit Kindern und Jugendlichen

Migration spielt in Deutschland in allen Bereichen, auch in der Sozialen Arbeit eine wichtige Rolle. Fachhochschulen und Universitäten bieten inzwischen Studiengänge zu Interkultureller Pädagogik an. Interkulturelle Öffnung wird in Behörden, Vereinen und Verbänden als Querschnittaufgabe verstanden. In vielen Kindergärten, Schulen, Beratungsstellen werden Projekte zum interkulturellen Lernen angeboten und durchgeführt. Auf der strukturellen und fachlichen Ebene tat sich in den letzten Jahren also eine ganze Menge.
Die individuelle Ebene ist ebenso entscheidend. Pädagogisches Handeln wird dann kompetent, wenn wir eigene Wahrnehmungsmuster und daraus resultierende Haltungen überprüfen. Dies gilt auch und besonders für die transkulturellen Aspekte.
In der Fachliteratur zu Interkultureller Öffnung wird die Tendenz zu kulturellen Zuschreibungen kritisiert. Verallgemeinernde kulturelle Zuschreibungen folgen machtvollen Bildern und Stereotypen, die durch Verflachungen dazu beitragen, Individualität zu verdecken.
Postkoloniale Debatten und Theorien betonen, dass Migration in Deutschland mit Machtgefälle, Diskriminierung und oft mit Rassismus verknüpft sind. So führt die Beschäftigung mit unseren Erfahrungen, Einstellungen und Bewertungen auch zu der Auseinandersetzung mit der eigenen Verstricktheit  in diskriminierende Ungleichheits- und Machtstrukturen.

Transkulturelles Handeln lebt von der Inspiration der beteiligten Menschen. Es gibt uns eine Chance uns selbst auf eine andere Art zu reflektieren, stumpfe Flecken zu entdecken und aufzufüllen. Es gibt uns die Möglichkeit vertieftes empathisches Verständnis zu entwickeln und unser professionelles pädagogisches Handeln weiter zu entwickeln.